Die Legende vom Muttergottesbild

Brühler Birkhofkapelle feierte 100. Geburtstag

Brühl-Badorf (dju). Die Birkhofkapelle an der alten Landstraße zwischen Brühl und Euskirchen steht seit 100 Jahren an ihren Platz. Das 100-jährige Jubiläum feierte die katholische Kirche in Brühl gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. "Wir freuen uns über so viele Besucher", sagten Frank Klein, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft und Dechant Joachim Thull.

Mehrere hundert Gäste nutzten das Angebot und nahmen zunächst am Festgottesdienst unter freien Himmel teil. Anschließend hatte die Dorfgemeinschaft noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. "Dabei helfen uns die Ortsvereine ungemein", sagte Klein. Der Jubiläumstag wurde auch genutzt um Karl Kröchel, Egon Dum, Marianne Wittig, Karl-Heinz Dubbelfeld, Clemens Pütz, Thomas Bollenbeck und Karl Heinz Lötsch zu ehren, da sie sich seit Jahrzehnten intensiv um den Erhalt der Kapelle kümmern.

Die Birkhofkapelle hat eine bewegte Geschichte erlebt. Der Legende nach fand ein Wildheger, der sich im Wald verirrt hatte, an einer Weißbuche ein kleines Muttergottesbild. Er hob es auf und fand seinen Heimweg. Am nächsten Morgen war das Bildchen wieder verschwunden. An der gleichen Stelle wie tags zuvor fand der Wildheger es wieder. Nachdem sich dieser Vorgang dreimal wiederholt hatte, suchte der Wildheger Rat bei einem Pastor und folgte seinem Rat an dieser Stelle eine Kapelle zu errichten. Seither trägt die Gemarkung den Namen "Am Muttergottes-Bildchen".

Zusammen mit dem Birkhof wurde 1862 die Birkhofkapelle errichtet. Das legendäre Muttergottesbild wurde in die Kapelle verbracht, die seither im Volksmund Modderjoddeskapellche genannt wird. 1910 musste die alte Kapelle dem Braunkohletagebau in den Gruben Berggeist und Lucretia weichen und es wurde das heutige Bauwerk am jetzigen Standort errichtet. Das auch in der neuen Kapelle zunächst über dem Altar und dann über dem Portal angebrachte Muttergottesbild wurde von Unbekannten entwendet und ist nicht wieder aufgefunden worden.

Im Chor der Kapelle befindet sich eine Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi, die vom Brühler Bildhauer Wilhelm Tophinke stammt. 1978 wurde die Kapelle renoviert und am 4. Mai 1980 wiedereröffnet. Auch heute noch zieht sie täglich viele Besucher aus der ganzen Region an. "Die Kapelle wird zwar heute 100 Jahr alt, aber sie lebt und hat einen großen Stellenwert in unserem kirchlichen Leben", freuten sich Thull und Klein über die ewig junge Birkhofkapelle.

Letzte Änderung: Mittwoch, 27.06.2012 10:58 Uhr

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