Von Montserrat Manke
Wesseling. Über eine Million Liter Kerosin sind nach Angaben der Gutachter der Bezirksregierung Köln durch das fünf Millimeter große Loch in der Kerosin-Pipeline der Shell an der Waldstraße ins Erdreich gelangt. Dort habe man bislang gut 500 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich abgetragen, wie Constantin Graf von Hoensbroech der Redaktion auf Anfrage mitteilte.
Und der Shell Pressesprecher betonte, dass man sich der Verantwortung stelle und sehr wohl wisse, dass man in der Angelegenheit den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden sei: "Das tut uns alles sehr leid, wir können uns nur dafür entschuldigen", sagte Hoensbroech
Wie aber geht es nun weiter, mit dem "mittelschweren Umweltskandal", wie ihn BUND Landesgeschäftsführer Dirk Jansen nennt? Nach drei Monaten, in denen bekannt ist, dass Kerosin ausläuft, hat jetzt die Bezirksregierung gegen den Öl-Multi eine Ordnungsverfügung erlassen.
Shell wurde verpflichtet, innerhalb eines Monats einen Abwehrbrunnen zu errichten, um einen Absenktrichter zu erzeugen. Hier soll das verunreinigte Grundwasser aufgefangen und einer fachgerechten Behandlung zugeführt werden. Zwei Wochen hat die Shell Zeit, um ein Konzept durch einen unabhängigen Gutachter vorzulegen.
Zugleich wurde die sofortige Vollziehung der Ordnungsverfügung angeordnet. Regierungspräsidentin Gisela Walsken: "So werden wir eine zeitnahe Umsetzung sicherstellen. Deshalb haben wir in der Verfügung auch angekündigt, die notwendigen Arbeiten selber in Auftrag zu geben, wenn die Ordnungsverfügung nicht vollständig oder zu spät erfüllt wird."
Wenn der Kampfmittelräumdienst (das Werk wurde im zweiten Weltkrieg stark bombardiert) das Areal freigibt, werden vier Grundwasserstellen eingerichtet, sagte Hoensbroech. Mithilfe dieser hofft man, die Ausbreitung des Kerosins, welches auf dem Grundwasser schwimme, exakt identifizieren zu können. Dann sollen Maßnahmen eingeleitet werden, wie man das Kerosin da weg bekomme.
Das Grundwasser fließe mit einer Geschwindigkeit von etwa einem bis zwei Meter in Richtung Werk und Rhein. Im Werk hat Shell mehrere Gebrauchswasserbrunnen, an denen ständig Proben entnommen würden: "Wenn jetzt Kerosin von der Waldstraße Richtung Rhein fließen würde, dann würden wir das feststellen", so der Pressesprecher. Das Urfelder Wasserwerk sei nicht betroffen. Wir bleiben dran!
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