Von Montserrat Manke
Es gibt Kuchen, frisch gebacken von Claudia Troppens persönlich. Und während wir die köstliche Bisquitrolle verspeisen, sinniert Detlef Troppens über seine Partei. Das man es schwer habe, im Moment, wegen der Bundes FDP: "Der Bundestrend schlägt immer durch", sagt der 70-Jährige und er muss es wissen: Detlef Troppens ist seit 1972 Mitglied der gelben Partei, hat in dieser Zeit viel auf dem politischen Parkett erlebt.
Das wird wohl künftig etwas weniger werden, denn der engagierte Lokalpolitiker ist nach 31 Jahren (mit Unterbrechung) Wesselinger Ratstätigkeit aus selbigem ausgeschieden, ist damit natürlich auch nicht mehr Fraktionsgeschäftsführer, bleibt dem Rat aber als sachkundiger Bürger im Stadtentwicklungsausschuss erhalten und fungiert als neuer Geschäftsführer der Wesselinger FPD.
Dennoch will Troppens, der seit 2006 im Ruhestand ist, deutlich kürzer treten, um in seinem 70. Lebensjahr endlich das zu tun, was er gerne tut - unter anderem segeln und lesen: Im gemütlichen Einfamilienhaus stapeln sich die Bücher, aktuell liest Troppens "Machtwechsel" von Arnulf Baring, ein Buch, welches ein umfangreiches Bild der Ära Willy Brandt und Walter Scheel abliefert, welches ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte darstellt.
Auch Troppens war dabei, als in Wesseling Geschichte geschrieben wurde. Gefragt nach dem einschneidensten politischen Erlebnis in 40 Jahren Kommunalpolitik nennt der Vater zweier erwachsener Kinder natürlich die Zeit der Eingemeindung und "Wiederbefreiung" Wesselings von Köln.
1974 fuhr er mit dem damaligen Vize-Bürgermeister und FDP-Vorsitzendem Richard Schmieder nach Düsseldorf zum Innenminister und Parteifreund Willy Weyer, um die Eingemeindung zu verhindern. Einen Termin hatten die Liberalen nicht, sie schafften es trotzdem bis zum Ministerschreibtisch vorzudringen. Der Minister war gerade in einer Besprechung, die Wesselinger setzen sich einfach dazu.
Zwar konnten die beiden Unermüdlichen Weyer nicht das Versprechen abringen, Wesseling nicht nach Köln einzugemeinden, aber der Minister sagte zu, in dem Gesetzesentwurf zur Eingemeindung ausdrücklich darauf hin zu weisen, dass die Verbindungen von Köln zu Wesseling nicht so ausgeprägt seien, wie diese zwischen Köln und Porz, oder Köln und Rodenkirchen.
Und letztendlich spielte dieser Satz des Ministers in der Urteilsbegründung des Landesverfassungsgerichtes vom 6. Dezember 1975 eine wichtige Rolle, als Wesseling wieder selbstständig wurde: "Das war eine irre Zeit damals", erinnert sich Troppens im Gespräch. Und wer dabei war, wird es bestätigen: Ganz Wesseling - und das kann man wörtlich nehmen - feierte an diesem damaligen Nikolaustag ein spontanes Fest auf dem Rathausplatz.
Was ihm an seinem Wesseling besonders gut gefalle, will ich wissen und Troppens sagt, es sei die stetige Entwicklung seit der Stadtwerdung, dem aber auf der anderen Seite diese "unglaubliche Abhängigkeit" von der Gewerbesteuer einiger wenigen gegenüber stehe: "Da muss eine andere Regelung her", sagt er. Denn der Wesselinger Haushalt sei ebenso wie die Einkaufssituation in Wesseling "einfach frustrierend".
Hingegen viel Spaß gemacht haben ihm in den Ratssitzungen gerade die Auseinandersetzungen mit Hans Mauel, einem "lebendigem Gegner". Und er lobte auch Lugder Strobel von den Grünen, als einen, der immer bestens vorbereitet war.
Detlef Troppens wurde 1976 nach der Ausgemeindung Kölns erstmals in den Wesselinger Rat gewählt, dem er - bis auf eine Unterbrechnung von 1997 bis 1984 - bis zum 31. März dieses Jahres angehörte.
1978 wurde er zum Vorsitzenden der Wesselinger FDP gewählt, dieses Amt hatte er 19 Jahre inne. Am Anfang war es nicht leicht für ihn, denn mit Alfons Müller als Bürgermeister und CDU-Fraktionschef Franz Durant standen ihm politische Schwergewichte gegenüber.
Aber er verschaffte sich schnell Respekt, Müller selbst bezeichnete Troppens mal als "besten Redner im Stadtrat". Dem FDP-Politiker lag der Einzelhandel und die städtebauliche Entwicklung Wesselings am Herzen, außerdem setzte er sich gegen die Reglementierung der Bürger durch die Verwaltung ein, so wurde auf Betreiben der FDP die Wesselinger Baumschutzsatzung abgeschafft.
Jetzt aber will der Sternzeichen der Jungfrau geborene Troppens kürzer treten und mehr Zeit für seine Hobbys haben. Dazu gehöre das Anlegen einer Filmesammlung, zu seinen Lieblingsfilmen zählen "Blow Up", "Casablanca" und "Verdammt in alle Ewigkeit".
Auch würde Detlef Troppens gerne mal ans andere Ende der Welt reisen, aber das könnte schwierig werden, denn Ehefrau Claudia hat Flugangst. Mit ihr ist er seit 1984 zusammen und 1989 hat das Paar geheiratet.
Und dann macht er seiner Claudia, die unsere Kaffeetafel schon vor einer halben Stunde wegen aushäusiger Verpflichtungen verlassen hatte, eine bezaubernde Liebeserklärung nach fast 30 Jahren Zusammensein: "Claudia war die beste Entscheidung meines Lebens", sagt Detlef Troppens zum Abschluss unseren Gespräches: "Wenn ich das nicht getan hätte, wäre ich nicht mehr froh geworden."

















