Pulheim (gb) Wir erinnern uns.
Der Frühling war sonnig und warm. Im Sommer waren angenehme
Wärme und Hitze Fehlanzeige. Im November fielen weniger als
10mm Niederschlag, normal wären zwischen 50-80mm. Der Rhein
hatte einen Niedrigwasserrekord für November. Der Kölner
Pegel lag bei ca. 90cm.
Sogar Rekordwerte wurden verzeichnet. Der November war der
2.trockenste seit Wetteraufzeichnungen 1881. Schuld daran war ein
Hochdruckgebiet, dass wochenlang die Tiefdruckgebiete fern hielt.
Anfang Dezember kamen Regen und milde Temperaturen. Dazu erste
kräftige Stürme, die im Rhein-Erft-Kreis glimpflich
verliefen.
Orkantief "Joachim" richtete im Norden und Süden Deutschlands erhebliche Schäden an. Der Kern des Tiefs zog knapp nördlich über Köln hinweg. Der Kerndruck erreichte einen tiefstwert von 967,3 Hektopascal (normaler Luftdruck liegt bei 1013 hPa). Windböen bis knapp 70 km/h tobten über den Rhein-Erft-Kreis. Dazu starker Regen, der Strassenunterführungen voll laufen ließ. Der Dezember 2011 war mit 120 l Regen auf den Quadratmeter der 5. feuchteste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881.
Viele Mieter und Hausbesitzer freuen sich, dass die Temperaturen
eher "Frühlingshaft" sind. Das spart Heizkosten. Den
Gartenfreunden wird es bereits aufgefallen sein, die ersten
Pflanzen haben bereits Knospen. Die Vögel zwitschern wie im
Frühling. Verkehrte Wetterwelt.
Derzeit haben Tiefdruckgebiete vom Atlantik freie Bahn und ziehen
auf direkten Weg über Mitteleuropa hinweg. Unterstützt
wird das ganze durch Hochdruckgebiete, die weit südlich im
Mittelmeerraum liegen. Die Luftströmung kommt aus West und
bringt sehr milde Luftmassen nach Deutschland. Selbst in Moskau
wurden ungewöhnliche + 4,8ºC gemessen. Damit wurde der
Rekord+3,4ºC von 1898 eingestellt. Normalerweise herrscht in
Moskau um diese Jahreszeit tiefster Winter.
Beeindruckend für diese Jahreszeit sind Wintergewitter. Wie am
Abend des 29.12.2011 über dem Westen des Landes. In
Köln schlug dabei ein Blitz in den Dachstuhl eines Hauses ein,
der komplett ausbrannte. Wintergewitter sind sehr selten. Diese
entstehen wenn hochreichende labile Kaltluft in einer Höhe von
über 5000m einströmt und die Temperatur dort auf
-35ºC sinkt. Begleiterscheinungen dieser Wintergewitter
sind schwere Sturmböen, starke Graupel
und Schneeschauer.
Kurzzeitige Kaltlufteinbrüche spielen zur Zeit im Flachland
kaum eine Rolle. Regionen wie Eifel und Bergisches Land haben
kurzzeitig Schnee. Wer Schnee sucht, muss hoch hinauf bis zum
Kahlen Asten fahren. Dennoch sollte man den Winter noch nicht
abschreiben. Der hat gerade erst auf dem Kalender begonnen. Januar
und Februar können für eine weiße Überraschung
sorgen.
Zum Jahreswechsel deutet sich weiterhin sehr nasses, windiges und
mildes Wetter an. Glaubt man den Wettermodellen, so kann es Anfang
Januar bis zu 13ºC warm werden. Und in der ersten Januarwoche
soll es weiter mild bleiben.
Wie heißt es so schön? Des einen Freud, des anderen
Leid.
Ich wünsche allen Lesern auf diesem Weg, einen guten Rutsch
ins Neue Jahr, viel Glück, und Gesundheit.



