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Gerd Bierling

aus 50259 Pulheim

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Wetterrückblick 2011

Ein Jahr der Wetterkapriolen geht zu Ende.

Pulheim (gb) Wir erinnern uns.
Der Frühling war sonnig und warm. Im Sommer waren angenehme Wärme und Hitze Fehlanzeige. Im November fielen weniger als 10mm Niederschlag, normal wären zwischen 50-80mm. Der Rhein hatte einen Niedrigwasserrekord für November. Der Kölner Pegel lag bei ca. 90cm.

Sogar Rekordwerte wurden verzeichnet. Der November war der 2.trockenste seit Wetteraufzeichnungen 1881. Schuld daran war ein Hochdruckgebiet, dass wochenlang die Tiefdruckgebiete fern hielt.
Anfang Dezember kamen Regen und milde Temperaturen. Dazu erste kräftige Stürme, die im Rhein-Erft-Kreis glimpflich verliefen.

Orkantief "Joachim" richtete im Norden und Süden Deutschlands erhebliche Schäden an. Der Kern des Tiefs zog knapp nördlich über Köln hinweg. Der Kerndruck erreichte einen tiefstwert von 967,3 Hektopascal (normaler Luftdruck liegt bei 1013 hPa). Windböen bis knapp 70 km/h tobten über den Rhein-Erft-Kreis. Dazu starker Regen, der Strassenunterführungen voll laufen ließ. Der Dezember 2011 war mit 120 l Regen auf den Quadratmeter der 5. feuchteste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881.

Viele Mieter und Hausbesitzer freuen sich, dass die Temperaturen eher "Frühlingshaft" sind. Das spart Heizkosten. Den Gartenfreunden wird es bereits aufgefallen sein, die ersten Pflanzen haben bereits Knospen. Die Vögel zwitschern wie im Frühling. Verkehrte Wetterwelt.
Derzeit haben Tiefdruckgebiete vom Atlantik freie Bahn und ziehen auf direkten Weg über Mitteleuropa hinweg. Unterstützt wird das ganze durch Hochdruckgebiete, die weit südlich im Mittelmeerraum liegen. Die Luftströmung kommt aus West und bringt sehr milde Luftmassen nach Deutschland. Selbst in Moskau wurden ungewöhnliche + 4,8ºC gemessen. Damit wurde der Rekord+3,4ºC von 1898 eingestellt. Normalerweise herrscht in Moskau um diese Jahreszeit tiefster Winter.
Beeindruckend für diese Jahreszeit sind Wintergewitter. Wie am Abend des 29.12.2011 über dem Westen des Landes. In Köln schlug dabei ein Blitz in den Dachstuhl eines Hauses ein, der komplett ausbrannte. Wintergewitter sind sehr selten. Diese entstehen wenn hochreichende labile Kaltluft in einer Höhe von über 5000m einströmt und die Temperatur dort auf -35ºC sinkt.  Begleiterscheinungen dieser Wintergewitter sind schwere Sturmböen, starke Graupel und Schneeschauer.

Kurzzeitige Kaltlufteinbrüche spielen zur Zeit im Flachland kaum eine Rolle. Regionen wie Eifel und Bergisches Land haben kurzzeitig Schnee. Wer Schnee sucht, muss hoch hinauf bis zum Kahlen Asten fahren. Dennoch sollte man den Winter noch nicht abschreiben. Der hat gerade erst auf dem Kalender begonnen. Januar und Februar können für eine weiße Überraschung sorgen.
Zum Jahreswechsel deutet sich weiterhin sehr nasses, windiges und mildes Wetter an. Glaubt man den Wettermodellen, so kann es Anfang Januar bis zu 13ºC warm werden. Und in der ersten Januarwoche soll es weiter mild bleiben.

Wie heißt es so schön? Des einen Freud, des anderen Leid.
Ich wünsche allen Lesern auf diesem Weg, einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Glück, und Gesundheit.

Letzte Änderung: Freitag, 30.12.2011 14:27 Uhr

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