Rhein-Erft-Kreis (dit). Hell und freundlich empfangen die neuen Räume des Frauenhauses Frauen und ihre Kinder, die vor häuslicher Gewalt geflohen sind. Hier finden sie demnächst Schutz und Geborgenheit vor ihren gewaltbereiten Ehemännern, Lebensgefährten oder Vätern. Wo sich das neue Frauenhaus im Rhein-Erft-Kreis befindet, erfahren die Frauen und Mädchen unter der Telefonnummer (0 22 37)76 89 - ansonsten wird die Adresse geheim gehalten. Zum Schutz der Bewohnerinnen vor unerwünschtem Besuch.
Wer die schwere Eingangstür passiert hat, steht erst vor dem Büro und dem Technikbereich. Erst nachdem Okay der Sozialarbeiterin gelangt man zum Wohnbereich. Auf etwa 500 Quadratmetern, verteilt auf zwei Stockwerke, ist genug Platz für acht Zimmer mit Bad, zwei große Küchen, Büro- und Beratungsräume sowie einem Wohn- und Spielbereich.
"99,9 Prozent aller Wünsche sind uns erfüllt worden", strahlte Sozialarbeiterin Janin Hofman bei der Besichtigung des Neubaus. Das Haus hat der Rhein-Erft-Kreis mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung bauen und an den Verein "Frauenhaus Rhein-Erft-Kreis" vermieten können.
Nachdem der Verein vor zwei Jahren hilfesuchend die Anfrage an den Kreis nach neuen Räumlichkeiten stellte, da das alte Haus sanierungsbedürftig war, handelte der Kreis unbürokratisch. Zahlreiche Personen aus Politik und Verwaltung machten sich für die neue Bleibe der hilfesuchenden Frauen stark. Somit ist ein neues Heim entstanden mit ansprechender Architektur, guten sanitären Anlagen und behaglichem Raumkonzept, das sich an die Bedürfnisse der Bewohnerinnen richtet.
Auch eine "Klön-Tür" in der Küche im
Untergeschoss ist eingerichtet. Mit der Vorrichtung - den unteren
Teil der Tür kann man schließen, während der obere
Teil offen bleibt - werden die größeren Kinder von den
kleineren nicht gestört, und dennoch gewährt es der
Pädagogin einen Blick auf beide Gruppen.
Die Frauen und ihre Kinder werden vielfältig auf ihr neues,
gewaltfreies Leben vorbereitet. Dazu steht ihnen ein kompetentes
vierköpfiges Team des Frauenhauses zur Verfügung.
"Einige Frauen bleiben nur eine Nacht und andere bis eineinhalb Jahre", berichtete Heike Vüllers vom Team. Im Januar werden die ersten Bewohnerinnen schon einziehen können. Bei der Besichtigung des Neubaus bedankte sich Hofman bei Vertretern aus Politik und Verwaltung, ohne deren schnelles Handeln der Neubau nicht zustande gekommen wäre.

