VR-Bank Rhein-Erft eG

Michael Phelps ist ihr großes Vorbild

Für Sina Klein beginnt nach den Sommerferien ein neues Kapitel

Sina, wann hat es ernsthaft mit dem Schwimmsport bei dir begonnen?

Als ich in die Leistungsgruppe des 1. FC Quadrath-Ichendorf gekommen bin, da habe ich es selbst registriert. Das war so vor fünf Jahren.

Bist du aus dem Elternhaus vorbelastet?

Die ursprünglichen Gene stammen sicher vom Uropa mütterlicherseits, der Direktor im Personalwesen an der Sporthochschule Köln war. Meine Uroma mütterlicherseits hat nach dem Krieg einen der ersten Gymnastikclubs in Köln gegründet. Meine Oma ist dort heute noch Gymnastiklehrerin. Mein Opa war Fußballtrainer und fährt heute noch wöchentlich so an die 200 Kilometer mit dem Fahrrad. Meine Mutter und ihre Schwestern sind für den 1. FC Quadrath-Ichendorf geschwommen. Auch meine Schwestern Maren und Mona sind dort aktiv. Mein Papa läuft Marathon.

Wie lange warst du beim 1. FC Quadrath-Ichendorf?

Das waren 13 Jahre, von 1996 bis 2009.

Was waren deine bisherigen sportlichen Höhepunkte?

Ich war 2008/2009 und 2010 Deutsche-Jahrgangs-Vizemeisterin über 200 Meter Schmetterling. Ein Höhepunkt war auch der Titel der NRW-Meisterin über 200 Meter Schmetterling 2009. Und ich bin Teilnehmerin in der 1. Bundesliga.

In welchen Disziplinen startest du und hast du eine Lieblingsdisziplin?

Meine Königsdisziplin sind die 200 Meter Schmetterling. Im Kraul bin ich auch erfolgreich und starte dort mehr in den Mittelstrecken.

Wie sah bislang dein Training aus und wie hast du den Spagat zwischen Schule und Verein geschafft?

In Quadrath habe ich sechsmal wöchentlich trainiert. Seit 2009 bin ich ja in Dormagen. Dort trainiere ich sieben- bis achtmal, so ungefähr 15 Wochenstunden. Bis zu den Ferien habe ich die Gesamtschule in Quadrath-Ichendorf besucht. Dort hatte ich dreimal wöchentlich lange Schule. An diesen Tag hat mich ein Familienangehöriger abgeholt und zum Training nach Dormagen gebracht. Mittwochs war ich so gegen 21.15 Uhr zuhause und musste dann noch Hausaufgaben machen.

Ganz ehrlich, hast du immer Lust zum Training?

Eigentlich schon. Wir trainieren ja zu jeder Jahreszeit im Freibad, der Römertherme in Dormagen. Das Wasser ist warm. Aber im Herbst muss ich mich schon mal zwingen.

Bist du schon auf internationalem Parkett gestartet?

Ja, für Quadrath habe ich an einem Wettkampf in Lüttich teilgenommen und dort auch eine Medaille gewonnen.

Lassen die Belastung Schule und Schwimmen Zeit für andere Hobbys?

Zeit habe ich nur am Wochenende und auch nur, wenn kein Wettkampf ansteht. Ich höre gerne Musik und gehe ins Kino. Dann habe ich auch Zeit, Freunde zu treffen, die zu uns kommen und bei uns übernachten.

Welche Sportart würdest du ausüben, wärest du nicht Schwimmerin?

Leichtathletik wäre mein Fall, besonders Turnen. Auch Boxtraining würde mir Spaß machen.

Hast du sportliche Vorbilder?

Franziska van Almsick ist ein Vorbild. Ganz oben steht aber der achtfache amerikanische Olympiasieger Michael Phelps. Er ist ein Gott. Ich war richtig enttäuscht, als er die 200-Meter-Delfin bei den Olympischen Spielen in Peking gegen Paul Biedermann verloren hat, auch wenn der Deutscher ist.

Womit machst du dir selbst eine Freude?

Mit meinen sportlichen Erfolgen.

Was isst du am liebsten?

Spagetti, Pizza, Sushi, aber auch die vegetarischen Gerichte, die meine Mama kocht.

Hast du schon einen Berufswunsch ins Auge gefasst?

Ja, ich möchte Physiotherapeutin werden. Ich habe kürzlich ein Praktikum bei der Leistungsdiagnostik der Sporthochschule Köln absolivert.

Seit Sommer 2009 trainierst du am Landesleistungsstützpunkt Dormagen. Dort tut man viel für Training und Bildung künftiger Spitzenathleten. Nach den Sommerferien gehst du einen weiteren neuen Weg.

Ja, ich werde das Teilinternat Dormagen besuchen. Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Dormagen-Nievenheim ist eine Partnerschule in diesem Konzept. Dort werde ich dann hingehen. Nach dem Unterricht werde ich dort von einem Fahrdienst abgeholt und nach Dormagen zum Teilinternat gebracht, wo es Mittagessen gibt. Ich kann dort dann Hausaufgaben machen und erhalte auch ergänzende schulische Betreuung. Anschließend geht es dann zum Training.

Wie war dein Weg dorthin?

Mein Trainer Jürgen Schmitz hat uns diesen Weg vorgeschlagen. Ich muss mich aber auch bei meiner alten Schule, der Gesamtschule Quadrath-Ichendorf bedanken, die immer sehr kooperativ war und mich gut unterstützt hat, besonders auch der Schulleiter Herr Zimmermann.


Die Kooperation zwischen deiner neuen Schule und deinem Verein bereitet dir den Boden für eine Karriere als Leistungsschwimmerin? Hast du für die nahe Zukunft ein sportliches Ziel?

Das Größte, was ich mir erhoffe, ist die Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft, die im kommenden Jahr in Belgrad stattfinden wird. Hier geht es oft um hauchdünne Hundertstelsekunden bei der Qualifikation.


Mit Sina klein sprach Martina Thiele-Effertz

VHS RheinErft
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